.

.

Montag, 9. April 2018

Bravo Ungarn!

Achtung, Schnappatmung vorbeugen und vorsorglich anschnallen! Denn ich komme ernsthaft und gerne nicht umhin, Beatrix von Storch vollumfänglich zuzustimmen und ihr für den heutigen Gratulations-Tweet sehr zu danken: "Herzlichen Glückwunsch Viktor Orban! Ein schlechter Tag für die EU, ein guter für Europa" [Link]. So isses. Auch von mir also herzliche Glückwünsche nach Ungarn.

Ohnehin glaube ich, dass die notwendigen EU-Reformen hin zu einem föderalen Europa der Regionen und der Nationen (so wie ich es schon vor nunmehr über 15 Jahren hier im Tagebuch geschrieben hatte) zukünftig von Osteuropa ausgehen werden. Ein freies und buntes Europa kann nicht aus Brüssel zentral diktiert werden, sondern die Menschen Europas sollten es unter Wahrung ihrer nationalen/regionalen Interessen selber gestalten. Dazu müssen sie aber erst einmal über ihr eigenes Leben bestimmen dürfen.

So, jetzt kannste dich ja über mich aufregen, denn ich gehe nun zu Bett. Die Arbeitsnacht war lang aber mild und daher durchaus angenehm. Dir wünsche ich einen ebensolchen angenehmen Montag.
 _________________________

Nachtrag: Ach, gerade las ich noch eine Flut von Kommentaren, Orban sei ein Antisemit. Irre das, einfach nur irre, denn

1. hat die Regierung Orban zum ersten Mal eine Mitverantwortung Ungarns am Holocaust eingestanden und sich dafür entschuldigt, und

2. würde ich als ein solcher Kritiker, der Orbans Aussage vom "internationalen Großkapital" als versteckten Antisemitismus deutet, mich an die eigene Nase fassen, denn wer glaubt, mit dieser Aussage können ja nur die Juden gemeint sein, stellt das eigene antisemitische Vorurteil bloß, das da lautet: Juden = viel Geld. Außerdem erinnere ich an die vor rund 10 Jahren hierzulande geführte Heuschrecken-Debatte. Identischer Inhalt.

So, jetzt gehe ich aber wirklich ins Bettchen. Gute Nacht. 

Kommentare:

  1. Ich bin erleichtert, dass sich die Ungarn nicht so entschieden haben, wie es die "Kuh-Medien" geweissagt haben. Es gibt wahrlich einiges, was an der Regierungspolitik von Fidez zu kritisieren gibt, man darf aber nicht vergessen, dass es - zumindest für die Ungarn - viele Dinge gab und gibt, welche die Regierung sehr gut gemacht hat. Ein Blick auf die vermeintlich "vielversprechenden" Alternativen (nein, damit meine ich nicht Jobbik) zeigt, dass von da auch nichts Gutes zu erwarten war.

    Meinen Segen hat die Wahlentscheidung und ich gratuliere Orbán und der Fidez zum Wahlergebnis… na und ich hoffe, bei der nächsten Wahl in Ungarn auch MEINE Stimme hier abgeben zu können (sollte bis dahin geklappt haben, was ich plane). Bei Kommunalwahlen habe ich das schon tun dürfen und ich habe mich für den Kandidaten entschieden, der in meinen Augen die beste Politik FÜR mein Dörfchen gemacht hat… und auch weiter machen darf.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Du beschreibst mündige Bürger, die demokratisch ihre Interessenvertreter wählen. An dieser Wahl gibt es nichts zu deuteln - aber was machen die Leitmedien hierzulande? Sie schreiben von einem unfairen Wahlkampf, einer Ein-Mann-Diktatur und von einer dummen osteuropäischen Landbevölkerung.

      Nun wissen wir beide aus langjähriger Erfahrung rund um die "TPD", was die Medien bei ihrer Berichterstattung antreibt, wie sie manipulierend vorgeht und wessen Lied sie dabei singen. Was dort im Kleinen geschieht, spiegelt sich natürlich bei größeren Themen entsprechend wider. Trump, Orban, Kurz - noch ist es ziemlich übersichtlich. Ich frage mich hingegen, was die Journalistinnen und Journalisten machen werden, wenn rings um Deutschland überall konservative oder rechte Regierungen entstehen. Es wird schwierig werden, allen anderen ihre Intelligenz abzusprechen und sie alleine bei sich selber zu sehen.

      Auch frage ich mich, ob CDU und oder SPD in Deutschland sowie das Machtgefüge in der EU jemals durch freie Wahlen ihre Macht wieder abzugeben bereit sind oder ob wir dann nicht eventuell im Vorfeld neue Notstandsgesetze erleben werden (zur Verhinderung, dass die AfD bzw. ihr europäisches Pendant regiert). Es wäre nicht so absurd, wie es jetzt vielleicht scheint, denn genau das gab es ja schon, diesmal dann allerdings unter umgekehrten Vorzeichen. Auch von daher ist Orbans Wahl sehr wichtig. Ungarn ist zwar wirtschaftlich für die EU unbedeutend, doch politisch Zeichen setzend.

      Es kommen unruhige Zeiten auf uns Deutsche zu, vielleicht komme ich irgendwann auf dich zu und bitte um Asyl bei dir. Ich finde deine Lebenssituation gewissermaßen als Neu-Ungar sowieso äußerst beneidenswert. Das wollte ich dir schon öfter mal sagen.

      Ahoi derweil und schöne Grüße an die Familie.

      Löschen
  2. Viktor Orban ist einer der wenigen Politiker, vor denen ich Respekt habe. Auch ich bin froh, dass er ein so fulminantes Wahlergebnis eingefahren hat.
    Auf den Geiferer von Notz/Grüne antwortete Julian Reichelt so: "Es sind genau diese Mechanismen der Politik, die viele Menschen inzwischen nur noch unerträglich finden: in Ungarn wird frei gewählt und um daraus irgendwie politischen Profit zu schlagen, muß sich für die Grünen in Deutschland die CSU in Bayern dafür schämen".
    Man kann für heute das Laptop nur zuklappen.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Jep, Barbara, Laptop zuklappen und TV-News auf der Fernbedienung überspringen, das wird immer häufiger zum Schutz der eigenen Psyche wichtig. Mediale Fastentage quasi. Kein Wunder, dass so viele durchgeknallte Gestalten zumindest virtuell unterwegs sind, so etwas kann kein Mensch auf Dauer schadlos überstehen. Wenn ich das Wort "Grüne" heute höre, zieht sich mir alles zusammen. Wie hat sich diese ehemals tolle Partei doch ins Gegenteil dessen, was sie einmal war, entwickelt. Schröder in der SPD und der Alki Fischer bei den Grünen: zwei Karrieristen, die die Totenglocken ihrer Parteien geläutet haben.

      Löschen

Zu alten Blogeinträgen (ab dem zweiten Monat ihrer Reifung) kannst du leider nicht mehr kommentieren, denn um die Lagerung all meiner täglich aromatisierten verbalen Liquids über Jahrzehnte hinweg im Auge zu behalten, geschweige denn ihre Kommentare, bin ich als einzige also einzelne verantwortliche Person schlicht überfordert. Ja, so isses nun mal. Danke trotzdem für dein Interesse.