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Donnerstag, 12. Oktober 2017

Hochkultur

Die letzten Tage auf der Arbeit sind extrem langweilig. Ich habe absolut nichts mehr zu tun. Klar, beschweren würde ich mich nie darüber, bloß die Zeit bewegt sich dort gerade in einer super Slow Motion, so dass mir manchmal das Gähnen als ein abendfüllender Spielfilm französischer Regisseure der 60er/70er Jahre erscheint, in dem die eigenen banalsten Gedanken, gestreckt in ellenlange Einstellungen, mich als mein Publikum ermüden. Was wurden auf unserem Kontinent zu jener Zeit doch für grottenschlechte Filme gedreht. Kunst wollten sie sein und unterhalten durften sie nicht. "E- und U-Kultur". Die europäische Arroganz der "Kulturschaffenden" gegenüber dem Kommerz Hollywoods. What a bullshit aus heutiger Sicht.

Okay, wenn es außer Kino nichts gibt, kein Internet, was sich heute sowieso kaum jemand der Jüngeren (die auch längst schon älter geworden sind) vorstellen kann, und wenn abends nach dem täglichen Sendeschluss im TV bis zum Nachmittag des Folgetags lediglich ein Testbild zu bewundern ist, dann stürzt man sich natürlich knapp vor dem visuellen Verhungern auf alles, was sich filmtechnisch bewegt, eben auch auf die E-Kultur; und mangels Vergleichsmöglichkeit wurde in den 60er/70er Jahren folglich das weniger Schlechte bereits als Spitzenklasse gepriesen. Jedenfalls findet dieser Tage in meinem Innern ein Filmfestival der gedehnten Gedanken statt, das eine echte Konkurrenz zu den damaligen Kulturmachwerken darstellt.

Dir wünsche ich freilich einen angeregten Donnerstag, der sich an Hollywood sein Beispiel nimmt.

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