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Samstag, 28. Oktober 2017

Für die Tonne

Gerade eben sah ich Folge 7 und 8 der ersten Staffel der genialen Serie "Babylon Berlin". Bewertung der 7. Folge = Schrott, die 8. ist mäßig. Für die erzählte Geschichte ist deren beider Inhalt natürlich wichtig, wobei man auf die 7. Folge tatsächlich auch inhaltlich verzichten kann, ohne dass einem dabei viele wertvolle Informationen abhanden kämen. Für ein cineastisches Erlebnis würde ich die Folge 7 komplett als Lückenfüller klassifizieren, bei dem, wie beispielsweise auch bei einem Werbeblock, für andere Tätigkeiten reichlich Zeit bleibt, insbesondere für längere Sitzungen in der menschlichen Bedürfnisanstalt. Die Folge 8 dient abschließend auf dem Niveau einer 90er Jahre "Derrick-Krimiserie" der langsamen Einstimmung auf einen hoffentlich wieder grandiosen Start der 2. Staffel von "Babylon Berlin". Die Musik in beiden Folgen ist wie ausgewechselt, beim Abspann der Folge 8 bist du vollends hineinversetzt in eben jener musikalischen Kulisse der Derrick-Krimis, hier allerdings sogar der 1980er Jahre; schlimmer geht's nimmer. Trotzdem ändern diese beiden langsamen, langweiligen und miserablen Teile der 1. Staffel nichts an der einzigartigen Genialität der vorangegangenen 6 Folgen (der Begriff der Genialität wird bekanntlich von mir nur äußerst selten angewandt, für die ersten 6 Teile dieser Serie mache ich das aber "im Vollbesitz meiner geistigen Kräfte" also mit Absicht).

Somit erwarte ich die 2. Staffel nicht allein mit purer Vorfreude, sondern gleichermaßen in ängstlicher Hoffnung auf eine Rückkehr zur anfänglichen Qualität.

Übrigens schreibe ich diesen Teilverriss nur deshalb, damit du rechtzeitig vor den letzten beiden Folgen der 1. Staffel gewarnt bist und deine Enttäuschung nicht so groß wie meine ausfällt, ich schreibe nicht aus purer Lust am Negativen.

Wir warten erst mal die 2. Staffel ab. Das mögliche Problem besteht bei einer Gesamtbewertung der Serie: wie geht man diesbezüglich mit einer Serie um, die zu drei Vierteln genial ist aber zu einem Viertel grottig? Einfach den Durchschnitt zu nehmen (bei 8 Folgen in Schulnoten: 6 mal 1 und 2 mal 6 gleich 2,25), das würde dann nicht den guten Teilen gerecht werden, denn wenn etwas genial ist, kann es durch eine Abwertung nicht nur teilweise oder weniger genial sein - so wäre es ja nicht mehr genial. Das ist dasselbe wie mit dem "ein bisschen schwanger". Schwierig, schwierig.

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