.

.

Donnerstag, 21. September 2017

Film am Abend, entspannend und labend

Auf der Suche nach einem Film für den Abend fand ich in irgendwelchen Bestenlisten "Auf der Suche nach einem Freund fürs Ende der Welt".

Der Inhalt las sich interessant. Die Kritik hingegen bewertet den Film einhellig eher negativ, da es in der Mitte einen Break geben würde und man ab da von der Geschichte enttäuscht sei: die einen schreiben, der Film hätte komödiantisch fortfahren sollen, die anderen mokieren sich gerade über die komödiantische erste Hälfte, die der Ernsthaftigkeit am Ende ihre Glaubwürdigkeit nähme. In "Spiegel Online", dumm wie die Redakteure dort nun mal sind, schreibt Lisa Goldman (und glaubt sich wahrscheinlich selber damit witzig): "Steve Carrell findet in 'Auf der Suche nach einem Freund fürs Ende der Welt' ausgerechnet mit Keira Knightley als Indie-Girlie eine Partnerin für die Katastrophe. Wer soll denn das glauben? Wir nicht!" Wenn die Kritikerin unter ihrem Namen schreibt, wen meint sie dann eigentlich laut mit "wir"?

Also erstens spielt Keira Knightley dort kein "Indie-Girlie" (was ist das überhaupt?), sondern eine unabhängige, intelligente und selbstbestimmte Frau von Ende 20. Keira Knightley bietet in dieser Rolle eine echte Kostprobe ihres schauspielerischen Könnens. Keine auf ein Grinsegesicht reduzierte Maske, sondern echte facettenreiche Mimik. Genauso wie ihr Partner Steve Carell. Beide bringen hier gleichwertig eine Leistung zustande, wie man sie selten bei einem Filmpaar erlebt. Und natürlich die alte Geschichte: Gegensätze ziehen sich magisch an.

Zweitens ist das Wesen einer Tragikomödie genau dieser Wechsel oder Zwiespalt zwischen dem Lachen und Weinen. Diese beiden Emotionen in einem Schauspiel in die perfekte Mischung zu bekommen, das schafft der Film hervorragend - man kann weder nur lachen, noch ausschließlich (mit)leiden. Tja, das Leben ist halt tatsächlich beides.

Unbestitten ist "Auf der Suche nach einem Freund fürs Ende der Welt" kein Jahrhundertfilm (warum muss immer alles am Besten gemessen werden?), aber es ist ein wunderbarer kleiner Film, der seinem Publikum anderthalb Stunden den Alltag vergessen lässt und der auch dahingehend nachwirkt, indem er die Frage aufwirft: Was würdest du als ZuschauerIn machen, wenn der Termin für das Ende der Welt feststünde?

Zu guter Letzt ist der Soundtrack dieses Filmes herrlich. Hier kannst du das Schlusslied hören - da muss man einfach beim Abspann noch sitzen bleiben und lauschen, nicht wahr:


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Zu alten Blogeinträgen (ab dem zweiten Monat ihrer Reifung) kannst du leider nicht mehr kommentieren, denn um die Lagerung all meiner täglich aromatisierten verbalen Liquide über Jahrzehnte hinweg im Auge zu behalten, geschweige denn ihre Kommentare, bin ich als einzige also einzelne verantwortliche Person schlicht überfordert. Ja, so isses nun mal. Danke trotzdem für dein Interesse.