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Dienstag, 13. Juni 2017

TV-Serie "Versailles" - Erster Eindruck

Bin gerade (neben der Arbeit natürlich) durch einen temporären Dauerkonsum (widerspricht sich hier etwas? Nein, im Grunde genommen nicht) der TV-Serie "Versailles" ziemlich ausgelastet. Ein endgültiges Urteil folgt noch, habe erst die 8. Folge der ersten von derzeit zwei gedrehten Staffeln a 10 Folgen erreicht. Sie dauern jeweils fast eine Stunde, was ich recht gut finde, denn es werden, so gewinne ich mehr und mehr den Eindruck, die Folgen vieler Serien stets ein wenig kürzer. 40 Minuten ist meine Schmerzgrenze, alles was deutlich darunter liegt, empfinde ich meist als handlungstechnisch zu schnell und zu oberflächlich erzählt bzw. dargestellt.

"Versailles" bietet selbstredend eine Menge Stoff und ist bis jetzt eine gelungene Mischung aus Soap und Historienfilm. Eine französische Produktion, dadurch erwartungsgemäß arg sexlastig; die Franzosen halt, wollen immerzu der Welt zeigen, wie freizügig das Leben doch bei ihnen zugeht. Angeblich. Psychoanalytisch könnte man das auch als Ausdruck immenser Minderwertigkeitskomplexe interpretieren. Oder einfach mit der Logik erklären: Sex sells. In allen Jahrhunderten. Naja, ersparen wir uns mal jeden weiteres Kommentar, denn ganz so schlimm geht’s in der Serie auch nicht zu. Somit hat wenigstens das verklemmte Publikum mal etwas fürs Wohnzimmer-TV-Gerät zum Spannen Schauen. Kultur, is' klar.

"Versailles" ist auf jeden Fall enorm anspruchsvoller als typische Hollywood-Serien, erinnert sehr an britische Produktionen, wenn man von den Sexszenen absieht, und ist ziemlich aufwendig filmtechnisch umgesetzt. Sogenannte Filmfehler gibt es zwar einige (ein paar falsche Kostümierungen für die dargestellte Zeit, schlecht getarnter Asphalt auf manchen Wegen und andere Kleinigkeiten), die in ihrer Summe aber nicht besonders störend wirken. 

Thematisch, und das ist die Soap-Seite der Serie, ist "Versailles" stark an die Moderne angepasst. Die Ereignisse kennt ja jeder, zu viel kann man nicht hinzudichten, sonst wird es unglaubwürdig, aber einiges eben schon. Und dort dürfen sich die Soapautorinnen und -autoren dann nach Kräften austoben. Man sollte schließlich auch nicht das Jahrhundert vergessen, 1670 herum, zu jener Zeit verlief das Leben noch in Zeitlupe und vorwiegend im Dunkeln, es müssen für eine kurzweilige Unterhaltungsserie also eine Menge Kompromisse her. Immerhin, ich freue mich gegenwärtig auf täglich 2 bis 4 neue Folgen. Und? Sagt das etwas? Bei jemandem, der auch "Nashville" guckt? *hüstel*

Kommentare:

  1. Du bist ein Kitschbruder?
    Scherz beiseite, es dürfen einem doch die unterschiedlichsten Genres gefallen. Du guckst einfach ohne Vorbehalte und erhältst somit den Orden der Cineasten.

    OT: habe heute einige Zeit den Kärcher geschwungen und fand es in der Tat etwas anstrengend, kann dich jetzt verstehen;-)))

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    1. Aha, dat Barbara hat nu also auch Rücken ;-)

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