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Montag, 20. März 2017

Bequemlichkeit?

Da schau mal einer an, wie bequem ich im Laufe der Zeit geworden bin. Mir ist für diese Nacht irgendwie nach einem langen, klassischen und ruhigen Film zu Mute, um einem drohend herannahenden Sonntags-Blues quasi vorsorglich etwas entgegenzusetzen. Ein Film, bei dem die Sehnsucht (Fernweh?) angesprochen wird, sollte es sein, und bei dem man sich gleichermaßen geborgen fühlt. Während des Stöberns in meinen Film-Listen blieb das Auge sofort bei "Der mit dem Wolf tanzt" hängen, denn den Film habe ich eine halbe Ewigkeit nicht mehr gesehen. Er dauert nun tatsächlich sehr lange, über drei Stunden, man muss sich dafür extra die Zeit nehmen und geistig abschalten, nichts der tagesaktuellen Dinge sollte dabei störend im Kopf umherirren. Das ist mehr oder minder bekanntlich eine meiner leichteren Übungen. Arbeitsaufträge bleiben zur Zeit sowieso aus und der heutige Montag kann mit Wind und regnerisch, wie er sich gerade ankündigt, mir komplett gestohlen bleiben, denn irgendwann am späten Morgen wird dann erst meine Nacht beginnen und ich zu Bett gehen.

Dank dieser typisch ellenlangen Einleitung komme ich nun aber endlich zu dem Punkt meines Erstaunens über die eigene Bequemlichkeit, denn der Film steht als DVD im Regal, ihn bräuchte ich lediglich zu nehmen, in den Player zu legen und anzuschauen. Das ist mir bereits zu umständlich, muss man sich mal vorstellen! Komfortabler ist es, im Netzwerk via Rechner auf dem großen TV einfach eine Filmdatei anzusteuern. Jetzt lade ich gerade also eine digitale Kopie von ungefähr 4 Gigabyte herunter, um sie anschließend Speicherplatz verschwendend auf ein entsprechendes externes Laufwerk zu kopieren und dort für die Zukunft zu archivieren. Ist doch der reinste Irrsinn einer aus dem Ruder laufenden Bequemlichkeit, oder? Oder doch nicht?

Digital ist digital.

Das mache ich nämlich nicht zum ersten Mal so. Genau wie bei den Musik-CDs ist die Hardware der DVDs zum Verstauben verurteilt. Speicherplatz wird immer billiger, zuverlässiger und die Datenübetragung stets rasanter, so dass eine Archivierung auf "heftig riesige" Silberscheiben bereits zu aufwendig erscheint. Wann habe ich zum letzten Mal eine Musik-CD in den bereits staubgrauen Player gelegt? Vor 5 Jahren vielleicht. Derselbe Umgang wie mit der digitalen Musik beginnt nun also auch bei den Filmen. Wie die CDs werden vorhandene DVDs langsam aber sicher durch digitale Dateien ersetzt und vergammeln fortan in Regalen, später in Kartons auf dem Söller. Schlussendlich landen sie im Müll oder als Geschenk für Libhaberinnen oder Liebhaber dieser "veralteten" Technik.

Oder wie sieht es bei dir aus? Biste noch oldschool unterwegs? ;-)  Falls ja, auch beim Musikhören?

Kommentare:

  1. Die meiste Musik höre ich beim Sport über meinen Ipod. Kürzlich hat der tatsächlich eine 40 Grad Wäsche überlebt indem ich ihn anschließend auf die brüllheiße Heizung gelegt habe.
    Dann habe ich dem Mann einen knuffigen Bluetooth Lautsprecher von Anker geschenkt. Ein auch haptisch schönes Teil mit einem richtig guten Sound. Steht am Tisch beim Abendessen, so dass sich die Lautstärke bequem regeln lässt.
    Der DVD Player verstaubt. Einmal im Jahr gucken wir Robin Williams live (Frank Sinatra Songs!).
    Es gibt auch noch einen Plattenspieler für die gesammelten Jazz, Rock und Soul Vinyls. Ich wüßte nicht, wann wir das letzte Mal darauf zugegriffen hätten.
    Ebenso ergeht es den CDs, die sind alle auf den Ipods und Rechnern.
    Ich bin hier die große Entsorgerin, habe aber nicht das ausschließliche Sagen.
    Sonst wäre alles weg.
    Ebenso geht es mir mit Büchern, da habe ich nur noch Raritäten im Regal. Ich bin Minimalist aus Leidenschaft.
    Sicher habe ich auch den kleinsten Kleiderschrank Deutschlands, und schon gar nicht 50 Paar Schuhe.
    Ich kenne viele richtig volle Wohnungen in denen ich mich wohl fühle. Für mich selber ist es aber nix.
    Weg mit allem alten Krempel.

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    1. Ja, du sprichst da ganz fundamentale Wahrheiten an. Auch ich versuche mich auf den Weg des Minimalismus, 's gelingt mir aber noch nicht so richtig, da steht ein "Messi-Gen" biologisch im Weg. Aber ich bemühe mich.

      Du bist jedenfalls mein Vorbild in dieser Hinsicht. Der Mensch braucht Leitlinien und Vorbilder, is' halt so. Find dich ab damit :-)

      Wobei die moderne Technik aber dem Minimalismus sehr entgegen kommt. Eine komplette umfangreiche Musiksammlung passt auf einen USB-Stick. Sämtliche Fotoalben ebenfalls, wenn man sich nur einmalig die Arbeit des Einscannens macht. Filme eben neuerdings genauso. Kleidung war mir persönlich nie wichtig, Möbel sowieso nicht und mein E-Dampfhobby würde ich (ohne die Kanister Flüssigkeiten) auch in einen Karton packen können. Küchenkram verstaubt bei mir nur, Monitore und Computer, ok, das wäre ein wenig mehr Hausrat, meine Bücher habe ich schon mengenmäßig abgebaut, der Rest (2.000 rum) verstaubt in Regale, ich bin nur zu faul, sie zu entsorgen, es würde mir aber nichts ausmachen. Was bleibt jetzt noch? Ich überlege gerade … Kram! Ach ja, der Kram unendlicher unnützer Kleinigkeiten und Dinge, die man vielleicht ja irgendwann einmal für irgendetwas wieder benötigt und sich dann fürs Behalten rechtfertigend wirtschaftlich-logische Gründe einredet, dass man sie ggf. nicht teuer neu kaufen muss.

      Genau, und daran arbeite ich halt noch ;-) Denn mal ehrlich, was man in 10 oder 20 Jahren nur ein Mal benutzte, das braucht man nicht aufzuheben, denn das kann man nötigenfalls mit gutem Gewissen dann ein zweites Mal kaufen.

      Ist aber alles nicht so leicht, ich meine, von der Erkenntnis zur praktischen Umsetzung.

      Einen schönen Abend wünsche ich dir.

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Zu alten Blogeinträgen (ab dem zweiten Monat ihrer Reifung) kannst du leider nicht mehr kommentieren, denn um die Lagerung all meiner täglich aromatisierten verbalen Liquide über Jahrzehnte hinweg im Auge zu behalten, geschweige denn ihre Kommentare, bin ich als einzige also einzelne verantwortliche Person schlicht überfordert. Ja, so isses nun mal. Danke trotzdem für dein Interesse.