Dienstag, 21. Februar 2017

"Smokethat.de" - entsteht ein neuer Stern?

Ja, ich weiß, die E-Dampf-Themen nehmen in letzter Zeit ein wenig überhand, ich versuche es zukünftig zu vermeiden, doch das hier ist mir schlichtweg wichtig, ich finde es beachtenswert. Und Himmel! Das war jetzt  ein Satz mit drei mal "ich", der ist stilistisch grottenschlecht - ICH weiß ;-)

Via Kurbelursel gefunden (danke für den Tipp): das neue E-Dampfmagazin "Smokethat.de" erklärt das Selbstmischen von Liquid so gut, wie ich es nie könnte, perfekt. Der dort erschienene Artikel richtet sich an Anfängerinnen und Anfänger, ist aber ebenso für Fortgeschrittene von Interesse. Er schildert glasklar die Vorteile des Selbstmischens, die zum einen die Kostenersparnis betrifft (bei Einkauf der Basisprodukte im normalen Handel, es geht, legt man es darauf an, also noch erheblich günstiger, ist aber unnötig angesichts eines Preises von rund 2 Cent pro Milliliter fürs eigene Premium-Liquid) und die zum anderen in der Kontrolle der Inhaltsstoffe, ihrer Art und Qualität liegt sowie die Kreativität bei der Vielfalt der Kompositionen unterstreicht. Last but not least wird durch die Darstellung von knappen Text und grafisch gelungenen Bildern die Einfachheit dieses geschmackvollen schöpferischen Prozesses prima zum Ausdruck gebracht.

Ein Kurzer Einschub, da ich's nicht oft genug betonen kann: Selbstmischen ist weder eine Wissenschaft noch etwas für eine Apotheke, es ist kein Reinraum erforderlich, es werden keine speziellen Handschuhe oder Schutzbrillen benötigt (auch wenn das immer wieder behauptet wird) noch ist eine teure Ausrüstung von Nöten, Liquid-Mischen ist am ehesten vergleichbar mit der Zubereitung von Speisen und Getränken. Auch dort gibt es geübte und weniger geübte Köchinnen und Köche (ob die eine Schürze oder Kochmütze benötigen, ist ebenso Ansichtssache). Weltweit sind Küchen Zentren der Kommunikation. Leider haben hierzulande bereits viele Zeitgenossen diese Zubereitungen nicht mehr erlernt, so dass sie sich heute überwiegend nur noch von Fertig- oder Teilfertiggerichten ernähren. Die Lebensmittelindustrie hat in den letzten 100 Jahren alltägliches Kochen erfolgreich verdrängen können (mit Unterstützung des Rationalismus der Bauhaus-Architektur bis hin zur Verbannung der Küchen aus den Zentren des Lebens hinein in kompakte Aufwärmgeräte von Einbauschränken), dazu wird dann das Hobbykochen als nicht alltägliches abendfüllendes Event für Spezialisten und solche, die sich dafür halten, zelebriert. Diese Strategien sind es, die heute von den Liquidherstellern und Liquidhändlern gegen das Selbstmischen übernommen werden. Aber das wäre jetzt ein großes eigenständiges Thema und einer gesonderten Betrachtung wert.
Regelmäßiges Liquidmischen und die damit einhergehenden Geschmacksproben können für eine Partnerschaft oder Familie mit erwachsenen Kindern tatsächlich eine neue Kommunikationsbasis bedeuten, bei der es so spannend wie beim gemeinsamen Kochen zugeht. Generationsübergreifend, interaktiv und interessant.

"Smokethat.de" richtet sich ausdrücklich auch an Raucher. Raucherinnen und Raucher sind für viele E-Dampferinnen und E-Dampfer aber bereits regelrechte Feindbilder. Sie werden das Magazin hassen, sobald erste positive Artikel über den Genuss des Tabaks erscheinen - ein großer Fehler, denn erstens bestimmen nicht wir, was für andere Menschen Genuss zu bedeuten hat und zweitens macht bekanntlich die Dosis das Gift; gegen ein genussvolles Pfeiferauchen zum Beispiel war und ist nichts einzuwenden. Drittens müssen wir in der E-Dampfszene damit aufhören, uns als die besseren Menschen zu betrachten und uns über andere zu stellen, denn sonst laufen wir Gefahr, die uns ständig treffende Intoleranz unserer Umgebung wie ein Spiegel auf andere weiterzuleiten (wir würden genauso werden wie unsere Gegner) - oder nach unten zu treten, was auch nicht gerade ein erstrebenswertes Verhalten wäre. Genuss ist eine vielfältige Welt, in der Ideologien, Politik und Fanatismus, gleich welcher Art, nichts verloren haben.

Da ich weiß, wovon ich schreibe, ist es mir möglich, die bisherige hohe Anfangsqualität des Magazins "Smokethat.de" auch sehr gut zu beurteilen. Welches Interesse hinter dem Magazin steht, weiß ich wiederum nicht (eine Tabak-Firma?), ist mir aber egal, so lange die Artikel eine möglichst hohe Objektivität aufweisen und dort keine offensichtliche (oder allzu große) Manipulation zu Gunsten des Kommerz' stattfindet. Sollte das bisherige hervorragende Niveau auch weiterhin bestehen bleiben, wird "Smokethat.de" für mich zukünftig das E-Dampf-Magazin der Wahl. Es wäre zudem tatsächlich die Geburt eines neuen Sterns am E-Dampfhimmel. Und um das unsäglich stillose "Ich" ein letzten Mal zu bemühen: ich drücke den Menschen dieses professionell gestalteten Magazins jedenfalls kräftig die Daumen. Wobei es meiner Einschätzung nach doch am Ende eine Trennung zwischen Tabak und Liquid geben wird. Schaun wir mal. Wird spannend.

Montag, 20. Februar 2017

Blick hinter die Kulissen

Selten schaue ich mal in die Statistik, sie hat mich noch nie besonders interessiert aber einen Vergleich der Statistiken finde ich schon recht spannend. Hier siehst du die Top 10 der Suchbegriffe für dieses Online-Tagebuch (Korrektur: Top 9, bis zehn zählen ist schon eine mächtige Herausforderung, nicht wahr). "Bogger" betrieb es, dann wurde es von Google aufgekauft und erweitert und mein eigener Spion stammt aus einem dafür eingebundenen Code eines Drittanbieters. Schau, wie unterschiedlich die Parameter allein zu den Suchbegriffen ausgewertet wurden. Das hier stammt aus den letzten 30 Tagen:

Drei Screenshots nebeneinander; Großansicht = klick aufs Bild

Was soll ich nun damit anfangen? Nichts. Ich meine, wer sagt hier die Wahrheit? Was ist überhaupt eine Wahrheit? Es wird bei keiner Statistik aufgeschlüsselt, nach welchen Kriterien sie erstellt wurde, also ob es Resultate aus einer Bilder- oder Textsuche sind oder beides gleichberechtigt, ob es Visits, Hits oder Page Views waren, ob nur Google als Suchmaschine Verwendung fand oder auch die Ergebnisse der anderen dort berücksichtigt wurden, wie lange eine Verweildauer war oder ob auch Roboter dieses Ergebnis beeinflussten - nichts bzw. keine ausreichenden Infos dazu. Demnach lassen sich auch keine eindeutigen Schlüsse aus diesen Ergebnissen ziehen.

Nun denn, es ist mir, wie gesagt, ziemlich "wumpe", ich wollte es mangels Idee für heute nur einmal zeigen. Dir wünsche ich jedenfalls einen eindeutig besseren Erkenntnisgewinn zum Start in die neue Woche: es mag kommen, was da wolle, es kommt sowieso, wie es kommt. Erwarte nichts (oder wenn es schon unbedingt sein muss, dann nur das Schlimmste), so wirst du auch nicht enttäuscht und kannst dich andererseits über überraschende positive Kleinigkeiten freuen. Ich wünsche dir einen Haufen solcher netten Kleinigkeiten. Bis dann, man liest sich.

Sonntag, 19. Februar 2017

Der Satz zum Sonntag

Heute bleibt die Blog-Küche kalt, ich meine, die Möglichkeit bestünde natürlich, es anderen Bloggerinnen und Bloggern nachzumachen und nun in einem der überaus seltenen Fälle eines akut kräftigen Schubes temporärer Ideenarmut mein Tellerchen mit den Bestandteilen der heutigen Komposition meiner Nahrungsaufnahme abzulichten oder die Lumineszenz Nachbars pechschwarzer dreibeiniger Katze auf einem ihrer nächtlichen Inspektionsrundgänge in den heiligen heimischen Hallen durch eine Photolumineszenz-Spektoroskopie objektiv nachzuweisen und hier im Wissenschafts-Weblog weiser Worte zu veröffentlichen, quasi der Wahrheit verpflichtet und dem Wahnsinn verfallend, doch auch diese Möglichkeit, dein berechtigtes und gleichwohl wünschenswertes Interesse an niveauvoller sonntäglicher Unterhaltung wohlwollend zu entsprechen, fällt leider den politischen Bestrebungen der eigenen Ich-Diktatur zum Opfer, die aus Gründen wirtschaftlicher Rationalisierungen eine wöchentliche Angleichung des zellproduzierenden Gewerbes im deutschsprachigen Wernicke-Zentrum des Brodmann-Areals erfordert und daher die Herstellung des im Volksmund auch als "Gehirnschmalz" bezeichneten Produkts auf strikte Anweisung sowie zur Vermeidung weitreichender Sanktionen für heute untersagt.

Samstag, 18. Februar 2017

"OBS-Engine Nano": perfekter Genussverdampfer

Mein Resümee zum "OBS-Engine Nano" ganz zu Beginn: Hervorragend.

links wenig Luft ...
Was mich am normalen "Engine" gestört hatte, wurde durch das Singledeck des "Nano" und die extra dafür optimierte Luftführung beseitigt. Der "Nano" ist nun für mich viel besser geeignet. Zwar ziehe ich direkt auf Lunge, so aber nicht heftig und voluminös, ein wenig Zugwiderstand finde ich daher sehr angenehm. Den "Nano" kann ich prima mit 1/3 Öffnung der Airflow-Control dampfen.


... rechts großer Luftschlitz
Er lässt sich für ganz unterschiedliche Vorlieben anpassen, wie habe ich ihn für meine Bedürfnisse gewickelt?

Links oben ein kleines Luftloch auf der Rückseite der Wicklung, von vorne (rechtes Bild) ein großes wie beim "Engine" mit dem Velocity Deck aber eben seitlich. Du kannst für eine Großansicht der Bilder übrigens einfach auf die Fotos klicken.

Also gewickelt habe ich ihn mit 35er Kanthal-Draht, 3,5 mm Durchmesser, 8 Windungen = ca. 1,4 Ohm. Bei meiner Wicklung erreicht die Watte nicht den Wannenboden. Wenig Watte, daher sollte während des Nachfüllens die Airflow geschlossen werden, da sonst ein paar Tröpfchen ins Luftrohr geraten können. Im Gebrauch bleibt aber alles vollkommen trocken.

Hier erkennst du vielleicht die wenige Watte, mit der sich's exzellent bei nur rund 20 Watt und einer 50-zu-50 Mischung aus PG/VG dampfen lässt. Das ist Akku und Liquid sparend und verschont die Umgebung vor zu viel des schmierig klebrigen Belags, der in Verbindung mit ungewischtem Staub im Laufe der Wochen und Monate zu einem patentwürdigen Konservierungsmittel heranwächst.

Ob du's glaubst oder nicht, in der Wohnung reichen die so erzeugten kleineren aber immer noch genügend dichten Dampfwolken völlig aus und der erstklassige Geschmack lässt mich keinen Unterschied zum normalen "OBS-Engine" bei seiner sogar doppelten Leistung erkennen. Da der Liquidverbrauch nun geringer ausfällt, ist der "Nano" auch famos geeignet für mein dauerhaftes Nuggeln vor den Monitoren; nichts blubbert, kein störendes Kondenswasser, kein Kokeln, voller runder Geschmack, der Dampf entspricht der Raumtemperatur, nichts wird heiß am Verdampfer und ein munteres Knistern des verdampfenden Liquids ersetzt ein gemütliches Kaminfeuer.

Alter iStick
Durch den niedrigen Strombedarf wird wieder ein Ein-Akkuträger interessant, was also trotz des 25-mm-Verdampferdurchmessers eine herrlich leichte E-Dampfe bedeutet. Im Design passt der "Nano" perfekt beispielsweise zu einem älteren "iStick 60" und sieht darauf absolut gut aus.

Nein, insgesamt ist es kein "Back To The Roots" zur Silikatschnur, ganz und gar nicht, denn es bleibt ein offener Zug und eine normale Wattewicklung in einer recht großen Verdampferkammer mit riesigen Nachflussöffnungen, was den "OBS-Nano" für ein Dampfen "Mouth To Lung" genauso ungeeignet macht wie sein mit dem Velocity Deck ausgestatteter Bruder. Ich bezeichne den "OBS-Engine Nano" allerdings als ideal für gemäßigtes direktes Dampfen, unaufgeregt und für den puren Genuss.

Freitag, 17. Februar 2017

China-Post ist da :-)

Wow, da bin ich aber geplättet. Nach nur 8 Tagen sind zwei "OBS-Engine Nano" Verdampfer aus China heute angekommen. Das ist Rekord. Je 18 Euro plus 8 Euro insgesamt an Versandkosten per LINEX und DPD, eingeführt in die EU über Frankreich und schwups, schon sind sie hier. Das war zwar Express aber kein ausgewiesener Expressversand. Die Nanos werde ich heute Abend wickeln und testen. Singledeck mit einer extra dafür ausgelegten Luftführung, ich bin gespannt.

Danke, liebe Franzosen, dass ihr euch wie Asterix und Obelix eben nicht alles von der EU oder Deutschland vorschreiben lasst und die China-Post anstandslos behandelt und zu mir weiter schickt. Hierzulande ist der Verkauf der beiden Verdampfer noch knapp ein halbes Jahr lang verboten. Nun kann "InnoCigs" ja die französischen Behörden deswegen auch noch verklagen. Ich wollte gerade ins Bett, als der DPD-Wagen kam, jetzt werde ich also erst mal schlafen auf die Schnelle einen wickeln.

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Nachtrag: Na, dann schauen wir doch mal etwas genauer hin ...

Deutsche als illegale Siedler Deutschlands?

Ist ja wohl Quatsch. So sehe ich das auch: wer Juden aus Judäa vertreiben will, ist kein Israelkritiker, sondern er duldet deren Existenz schlichtweg nicht. Juden raus aus Judäa wäre so absurd wie Schotten raus aus Schottland. Dasselbe trifft auf Ost-Jerusalem zu, es wäre wie die Bezeichnung Ost-Berlins als illegale Siedlung der Deutschen in Deutschland.

Donnerstag, 16. Februar 2017

Tilt-Mechanismus

Waterboarding für Gehirnzellen, wiedereingeführte Foltermethoden der Unterhaltungsindustrie, Schenkelklopfer ("Du siehst aus wie eine gebrauchte Unterhose") als Ausdruck modernen Humors im Jahre 2016, das ist "SMS für Dich", eine von der Kritik hochgelobte "Komödie" des jungen deutschen Kinos, die sicher irgendwann als Freitagabend-Unterhaltung in der ARD enden wird. Ich habe 2/3 geschafft, dann gab es eine Alarmmeldung des neuronalen Netzwerks, der ich augenblicklich mit einem Not-Stopp Folge leistete. Nope! (Not On Planet Earth).

Alexa

Beginnt mit der Sprachsteuerung Alexa eine neue Ära des Internets? Für viele meiner Generation bestimmt nicht, denn die sind zu klug, sich freiwillig selber zu verwanzen. Aber wenn ich in meine Lebensumgebung schaue, sehe ich auch die große Begeisterung der jüngeren für Alexa und die naive Unbekümmertheit im Umgang damit.

Als das erste Smartphone auf den Markt kam, konnte ich mir nicht vorstellen, dass Telefone und Internet so sehr miteinander verschmelzen werden und als Facebook startete, hey, ich hätte nicht einen Cent auf den Erfolg gesetzt. Deshalb würde ich heute keinen Wetteinsatz wagen. Hat Alexa Erfolg oder nicht? Das ist hier die Frage. Was glaubst du?

Mittwoch, 15. Februar 2017

Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt

Sebastian beschreibt in seiner wunderbaren Glosse "Wenn die Dampfe teuer furzt" humorvoll seinen Gemütszustand, der exakt in dieser Art auch meiner ist. Darüber hinausgehend empfinde ich die fehlgeleiteten Reaktionen der Dampfcommunity auf den Regulierungswahn der Behörden am schlimmsten und peinlichsten. Wie meine ich denn das?

Ideologisierte oder korrupte Politiker beschließen, da sie über das Thema "E-Dampfen" keinen eigenen Sachverstand besitzen, sinnfreie Gesetze und Verordnungen. Statt nun diese Regeln zu ignorieren oder bewusst gegen sie zu verstoßen, werden sie von der Dampfcommunity einfach als gottgegeben hingenommen. Es folgen alle möglichen Verrenkungen, ihnen einigermaßen zufriedenstellend zu entsprechen. "Wir müssen so handeln, das ist Gesetz", so lautet die Rechtfertigung. Hinterfragt wird nichts. Das geht so weit, dass die Händler beginnen, sich gegenseitig zu verklagen, bloß damit keiner unverschämterweise einen Vorteil erheischt, indem er bestimmte Regeln einfach missachtet. Freie Händler haben nicht nur die EU-Bürokratie gegen sich, auch die eigenen Händlerverbände machen sich zu Staats-Büttel, gegen die sie sich zur Wehr setzen müssen. "Chancengleichheit" lautet das große Wort der Stunde. Bullshit, es ist ein vernünftig klingendes Synonym für blanken Neid.

Der Handel fordere Chancengleichheit - etwas Lustigeres kann man über den Handel eigentlich nicht sagen bzw. wer das sagt, führt die Menschen absichtlich hinters Licht. Handel bedeutet ständiger Kampf und Vorteilsnahme, die angebliche Chancengleichheit ist Teil einer solchen Strategie eines eigenen Vorteils. Und bitte, nicht von Fairness sprechen oder von einer Notwendigkeit wie Regeln im Straßenverkehr. Es reicht schon, dass die Political Correctness den "Konkurrenten" verbal verjagt hat und anstelle dessen einen gezähmten "Mitbewerber" platzierte - Himmel, welch eine plüschige Puppenwelt grün-naiver Krabbelgruppen im öffentlichen Dienst ist für eine derartige Sprachverharmlosung verantwortlich? Sprachlicher Kitsch einer rosafarbenen Welt, wie sie nicht existiert. Plappere denen bloß nicht unhinterfragt und uninformiert alles nach. Chancengleichheit auf einem kleinen regionalen Flecken des Teppichs einer globalen Wirtschaft, das ist eine Chimäre. Wir leben in keinem gallischen Dorf. Wer Chancengleichheit von anderen fordert, lenkt von den eigenen und eigentlichen Interessen ab. Ach ja, und was den Straßenverkehr betrifft: Putin und die russische Oligarchie zum Beispiel besitzen bis hinunter auf lokaler Ebene eigene Blaulichter, die diese Regeln bei allen ihren Fahrten für sich selber außer Kraft setzen. Über den Luftverkehr will ich erst gar nicht beginnen, je mehr Geld du zur Verfügung hast, desto weniger Regeln gelten für dich. Gültigkeit und Geld haben nicht von ungefähr denselben Wortursprung.

So ähnlich wird auch das E-Dampfen in der Öffentlichkeit missinterpretiert. Raffinierte Strategen lassen Gesetze verabschieden, die behaupten, Dampfen gehöre in die selbe Schublade wie Rauchen, demnach gelten die Bestimmungen für den Nichtraucherschutz auch fürs E-Dampfen. Dampfen hat aber bekanntlich faktisch nichts mit Rauchen zu tun.

Kurzer Einschub zum Verständnis für dich als ein möglicherweise außerhalb dieses Themas stehender Mensch: anders als beim Rauchen, wird durchs Dampfen niemand gesundheitlich in irgendeine Gefahr gebracht, weder aktiv noch passiv, Passivdampf im Sinne von gesundheitsschädlichen Stoffen im Dampf existiert nicht. Es ist Stand der Wissenschaft: keine Gefahr durch Passivdampf. Auch ist noch kein einziger Mensch je durchs E-Dampfen erkrankt oder gar gestorben, wie auch, wenn vom E-Dampf keinerlei Gefahr ausgeht? Dampfen und Rauchen sind zwei so unterschiedliche Paar Schuhe wie Tee und Wodka. Niemand würde akzeptieren, wenn Gesetze, die für den Genuss von Wodka gelten, aufs Teetrinken angewandt werden würden.

Statt nun also diese Verordnungen kollektiv zu ignorieren, da sie jeder Grundlage entbehren, wird sich gegenseitig ums richtige Benehmen gezofft; E-Dampfende streiten sich untereinander, wer die größten und damit für die Öffentlichkeit schlimmsten, da sichtbarsten, Dampfwolken ausbläst und somit als schwarzes Schaf der E-Dampfszene anzusehen ist. "Du bläst eine viel zu große Wolke, du schadest dadurch dem Ruf der guten E-Dampfer, sieh!, die Leute gucken schon".

In allen Fällen brauchen die Gesetzgeber keine Angst zu haben, einen Aufstand gegen sich zu riskieren, denn die blökende Herde dampfender Zeitgenossen reguliert sich bereits prima selber. Obrigkeitshörig, aus Angst aufzufallen oder aus Sorge vor sozialer Ausgrenzung. Ducken und gehorchen, deutsch halt, wir können einfach nicht aus unserer Haut, nicht mal 2017. Das wird argumentativ natürlich kaschiert, man möchte schließlich nicht wie der deutsche Michel erscheinen, also wird hübsch politisch korrekt gesagt, man wolle niemanden in seiner Freiheit einschränken und nehme daher Rücksicht, viel Rücksicht, noch mehr Rücksicht - und wenn sich die Freiheit der anderen immer enger und dichter um einen selbst versammelt und schon als Unfreiheit drückt und zwängt, einem die Luft zum Dampfen nimmt, tja, dann nehmen wir uns halt noch ein kleines Stück zurück. Wir nehmen uns so weit zurück, bis am Ende die Unfreiheit die Freiheit vollständig verdrängt haben wird.

Dass die Freiheit auch verteidigt werden will, dies gar täglich von uns allen einfordert, das möchte keiner hören, denn so etwas wäre ja unangenehm, bedeutete Auseinandersetzung, igittigitt, wie unschön. "Kampf" und "Krieg", bäh, syrische Worte, Begriffe aus unserer Vergangenheit, die gibt’s in der plüschigen Gedankenwelt einer stets ausdiskutierten Harmonie nicht mehr. Aber leider hört die eigene Freiheit und Toleranz genau dort auf, wo die Intoleranz und Unfreiheit der anderen ohne Diskussion beginnt. Wie jetzt? Naja, im Grunde ist diese beinahe schon als "Klospruch" vorgetragene Formel von Freiheit und Unfreiheit rhetorisches Gewäsch, das selbst für gegenteilige Zwecke nur in ihrer Syntax angepasst zu werden braucht. Ganz besonders blöd wird es dann, wenn sich die Freiheit der anderen, also die Unfreiheit für einen selber, immer weiter auf einen zubewegt, nicht wahr.

Widerstand gegen Dummheit empfinde ich als Pflicht. Weder ein Händler ist der Schuldige, wenn er unsinnige Regeln ignoriert, noch der Dampfwolkenmacher im Nichtraucherbereich der Bahn, im Gegenteil. Es gilt Ursache und Wirkung zu trennen. Die Ursache sind die willkürlichen und falschen Gesetze der Einschränkungen, nicht die Verstöße gegen sie, denn die gehören gelobt und gefördert, man sollte es ihnen gleichtun. Die Prohibition in den USA hatte seinerzeit auch deshalb nicht funktioniert, weil die Suffköppe, "der Mensch an sich", sich das Saufen einfach nicht verbieten lässt und die Menschen damals sogar viel höhere Strafandrohungen in Kauf genommen hatten als die, die uns E-Dampferinnen und Dampfer für zivilen Ungehorsam heute drohen.

Wenn ich jemanden in einem Nichtraucherbereich dampfen sehe, nehme ich sofort aus Solidarität meine E-Dampfe hervor und gönne mir ein, zwei Züge. Würde ich ein Gerät in einem Offline-Shop sehen, das offiziell erst in mehreren Monaten verkauft werden darf, dann lächelte ich unwillkürlich und zeigte dem Inhaber oder Verkäufer meinen Daumen nach oben im Sinne von "gut gemacht!". Noch können wir uns wehren, noch werden wir fürs E-Dampfen hierzulande nicht ins Gefängnis geworfen, was nicht überall so der Fall ist.

Natürlich dampfe ich niemandem ungefragt meinen Dampf ins Gesicht und nehme des Anstands wegen Rücksicht auf meine Umgebung - ich spare mir die Beispiele hierzu, da dies alles Selbstverständlichkeiten sind. Wenn wir uns aber jetzt nicht entschieden zur Wehr setzen, laut, bedingungslos, in einem sinnlichen Rausch wohlduftender Nebel, dann wird der Kreis der Unfreiheit um uns herum immer enger gezogen. Wehren bedeutet Ungehorsam. Massenhafter Ungehorsam wird zu einer gesellschaftlichen Bewegung. Und Bewegungen, so sagt es der Name bereits, beseitigen die Starre.