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Donnerstag, 27. April 2017

Filmtipp: "Manchaster by the Sea"

Es war reiner Zufall, dass ich mir den Film "Manchaster by the Sea" angesehen hatte. Es gab keine Vorabinformationen, ich kannte nur den Titel irgendwoher, konnte ihn aber nicht zuordnen und googelte auch vorher nicht danach. Und dann breitete sich einer Perle der Schauspielkunst aus, ein cineastisches Meisterwerk der Kameraführung, Bilder, die in beiläufigen Situationen Emotionen der Gesichtsausdrücke einfangen wie selten zuvor gesehen. Ohne Aufwand, allein durch die Beobachtung, eine unglaubliche Regie Kenneth Lonergans. Alles stimmt an diesem ruhigen Film, absolut unaufdringlich rührt er doch an den großen Emotionen. Zuerst scheint es sich dabei um eine fast nebenbei erzählte Geschichte zu handeln, deren sensible Schilderung ohne bedeutungsschwere Worte und ohne aufgeblähte Action auskommt, aber die dann vielleicht gerade dadurch von Minute zu Minute mehr und mehr fesselt.

Schulnote 1 plus mit Sternchen. Ein Juwel der Filmkunst.

Mittwoch, 26. April 2017

Für ein starkes Israel

Schild und Schutz
Es hat schon zwei unbeabsichtigte Vorteile, wenn die deutschen Medien wegen der Gesprächsabsage an unseren Außenminister Gabriel gerade damit beginnen, verbal aus allen Rohren auf Israel zu feuern, denn zum einen geben sich die Feinde Israels dadurch endlich deutlich zu erkennen und zum anderen wird offenkundig, um was und wen es sich bei der NGO "Breaking the Silence" eigentlich handelt: es ist eine unter dem Mantel der Menschenrechte tätige und deshalb von der EU mitfinanzierte politische Organisation zum Zwecke der Propaganda (u.a. durch nachgewiesene Lügen bzw. "Falschaussagen") gegen Israel; hier mehr Infos dazu. Und hier noch weiterreichende Infos.

Vergleichbar wäre bei einem Staatsbesuch Putins in Deutschland ein kurzer Abstecher zu Gesprächen mit der NPD als regierungskritische Vertreter (Kritik muss unter Freunden ja erlaubt sein).

Nachtrag: Hier gibt es noch ein paar sehr deutliche Worte zum Thema von "Lila".

Dienstag, 25. April 2017

Meine Meinung zu "Tote Mädchen lügen nicht"

Ein knappes Dutzend Stunden meines Lebens habe ich jetzt der Serie "Tote Mädchen lügen nicht" geopfert. Und ich bin froh, dass es damit nun zu Ende ist. Warum habe ich mir diese Serie überhaupt angetan?

  1. weil die Serie so offensiv angepriesen wird und mich das neugierig machte,
  2. weil Spiegel Online via "Bento" berichtet, dass viele Psycho-Docs die Jugendlichen vor dieser Serie warnen und
  3. weil ich mal schauen wollte, ob Goethes "Werther" vielleicht irgendwann einmal ein zeitgemäßes Remake erfährt und sich die jungen Leute nun aufgrund der Serie reihenweise selber aus dem Verkehr ziehen.

Nun, mit Punkt 3 hat die Serie bis auf den thematischen Suizid eines Mädchens nichts gemeinsam. Es ist auch keine kollektive Selbstmordwelle deswegen zu erwarten. Schade eigentlich, denn ein Werther-Revival im 21. Jahrhundert wäre doch recht interessant, nicht wahr. Böse! Wie abgrundtief böse!

Bei "Tote Mädchen lügen nicht" (furchtbar schlechter deutscher Titel für "13 Reasons Why") geht es um Pubertätsprobleme und Gesellschaftskritik auf oberflächlichster Art und Weise. Die einzige Gefahr, die von dieser Serie ausgeht, ist ihr Potential eines ständigen Sekundenschlafes und des allmählichen Verkümmerns der Sinne vor lauter Langeweile ihres endlos gähnenden, wie Kaugummi in die Länge gezogenen Inhalts. Der schleicht durch eine Aneinanderreihung von Banalitäten langsam zu seinem Kern. 13 Folgen sind es, 13 mal 50 Minuten, 4 Folgen hätten vollkommen ausgereicht, diese Geschichte zu erzählen.

Und welche Geschichte ist es? Am Ende eine Wir-Sind-Alle-Daran-Mitschuld-Geschichte, die eine Moral aussendet, die genauso gut sonntags von Margot Käßmann gepredigt werden könnte: achtet mehr aufeinander! Eine US-amerikanische Pubertäts- und Gutmensch-Schnulze, die, davon bin ich überzeugt, hauptsächlich für die ewig betroffenen Eltern einer westlich-liberalen Mittelschicht produziert worden ist als für deren Teenager.

Es hat mich große Überwindung gekostet, alle Folgen anzuschauen, doch ich wollte halt nicht etwas kritisieren, das ich nicht komplett gesehen habe. Einen uninteressanten Roman kann man überfliegen und doch inhaltlich gut verstehen, bei einer TV-Serie geht das nicht.

Bevor ich jetzt ganz schlimm beschimpft werde, wie mir einfällt, über eine solche wertvolle Serie so schlecht und respektlos zu schreiben - Probleme von Teenagern, mögen sie für Erwachsene noch so klein oder albern erscheinen, sind für die jungen Menschen weltbewegend in ihrer subjektiv wahrgenommenen Wichtigkeit, damit gehe ich konform. Natürlich sollen Erwachsene sich um die Sorgen und Nöte ihrer Heranwachsenden kümmern, sie müssen das sogar, sie müssen sie ernst nehmen, doch es sind und bleiben zwei unterschiedliche Welten, die der Jungen und die der Erwachsenen - diese beiden Welten sind nicht kompatibel. Auch wenn viele "Kümmer-Eltern" das anders sehen wollen, sie werden nie als gleichberechtigt von ihren Sprösslingen wahrgenommen und in deren Gedanken und Geheimnisse eingeweiht werden. Die Produzenten hätten sich vorher entscheiden müssen, für wen sie die Serie eigentlich erschaffen, für beide Generationen gleichermaßen, das funktioniert eben nicht. Und das ist meine hauptsächliche Kritik.

Da es sich um ein Highschool-Drama handelt, hier nun also meine unmaßgebliche Bewertung als US-Benotung: F, "nicht ausreichend". Deutsch halt 5, "mangelhaft".

Randnotiz als Reisememo

Harmonie
Ein Tag, an dem es wie jeden Tag viel Elend in der Welt geben wird, an dem persönliche Tragödien stattfinden werden aber auch das Glück die Menschen besucht. Heute ist der Geburtstag und der Todestag von Mensch und Tier, ein Tag der Entscheidung, der Hoffnung, der Liebe, der Trauer, der Freude und des Leids - ein ganz normaler Tag also.

Aus meiner persönlichen Lebensnische schaue ich kurz hervor, wage einen Rundumblick, es ist still und unaufgeregt, ich ziehe den Kopf wieder ein und bin froh, dass in der unmittelbaren Umgebung alles ist, wie es ist; Dankbarkeit für einen weiteren Tag in Gesundheit und ohne Hysterie. Nein, das Schicksal hat mich nicht vergessen, es lässt mich gegenwärtig nur in Ruhe. Ist das nicht eigentlich bereits ein großes Glück? Ja, so sehe ich's, genieße jeden Tag und bin mir bewusst, es könnte auch mein letzter sein. Es gibt nichts, was ich noch unbedingt erleben oder unternehmen möchte, nichts Vergessenes, das ich jemandem dringend zu sagen hätte, keine wichtigen Fehlerkorrekturen und keine Sehnsüchte, denen ich hinterherjage - es ist einfach nur ein ereignisloser Tag voller Zufriedenheit.

Und diese Tagebuchnotiz ist wiederum überhaupt nicht depressiv gemeint, falls du es so verstehen solltest, im Gegenteil, sie meint das Glück und drückt die Dankbarkeit für jede ruhige Minute des Daseins aus. Wer weiß, was uns allen das Morgen bescheren wird und wie wir an das Heute zurückdenken werden? So klebe ich das Hier und Jetzt jedenfalls bewusst als Memo für die Reise in die Zukunft auf mein Gepäck.

Montag, 24. April 2017

Von Schwanenkönigen im Radio und Piraten

Der Fernseher mag noch so groß sein, hin und wieder brauche ich auch während eines Serienmarathons ein paar Pausen. Dann schalte ich alles aus und bin nur für mich, quasi ein wenig sitzen und sinnen. Manchmal mache ich das Radio an. Wie vorhin. Es wurde ruhige Musik gespielt, verträumte Lieder zum Ausklang des Tages. "Verträumt" ist dabei ausnahmsweise mal der passende Begriff, "verträumt" im Sinne von "verfahren", quasi in die Irre geträumt, denn Träume sind bekanntlich relativ. Man kann das Gesendete auch als alberne Liebeslieder zum Einschlafen bezeichnen - wobei, grundsätzlich wäre auch das völlig in Ordnung, denn selbst der rationalste Mensch braucht von Zeit zu Zeit im Halbschlaf zwischen Traum und Wirklichkeit als Kind Mutters streichelnde Hand oder Opas Märchenerzählungen am Bett, aber was ich vorhin gehört habe, geht definitiv zu weit. Folglich schreckte ich aus meinem Dämmerzustand entsetzt auf:

"Wenn ein Schwan singt, lauschen die Tiere. Und sie raunen sich leise zu: es ist ein Schwanenkönig, der in Liebe stirbt".

Ich empfand ganzkörperlich eine Gänsehaut des Grauens. Rate mal, von wem das ist. "Karat". Entschuldigung, falls ich jetzt jemandem zu nahe trete, aber wer so etwas hört und nicht stehenden Fußes Reißaus nimmt vor lauter Verzweiflung über solchermaßen unseligen Kitsch … nein, keine Sorge, ich verzichte auf Beleidigungen. Dennoch, das ist eindeutig zu viel und hat ausschließlich etwas mit sogar arg "verträumter" Musik zu tun.

Neben der Unsehbarkeit des TVs geht es mit dem Radiohören nun also auch nicht mehr. Auf UKW gibt’s hier als Alternativen nur holländische Reklamesender oder öffentlich-rechtlichen Müll. Dabei wär's das doch. Radiomachen! Das wäre etwas für mich, das würde ich gerne tun und weiß, dass ich's auch könnte. Ist aber leider nicht erlaubt (ich sags ja immer wieder: alles mit Genuss ist verboten), es bedarf zuerst einer unbezahlbar teueren Sendelizenz, sonst macht man sich nämlich strafbar und landet im Gefängnis. Muss man sich mal vorstellen, da sitzt dann jemand im Knast und du fragst ihn: "Oje, was hast du Schlimmes verbrochen, dass du so derb bestraft worden bist?" "Radio, ich bin ein schrecklicher Pirat", lautet seine Antwort. Dabei gehören die Menschen, die im Radio mit Erlaubnis "Melodien zum Träumen" in den Äther strahlen, und die sogar dafür bezahlt werden, Karats "Schwanenkönig" zu senden, definitiv eingesperrt. Eine ungerechte Welt, nicht wahr.

Dir wünsche ich derweil einen straflosen Start in die Woche. Bald sind wir alle Piraten, rauchen, e-dampfen, trinken, essen, sehen, hören, sprechen, singen und spielen - genießen nur noch illegal im Verborgenen. Ahoi, du Pirat und du Piratin.

Samstag, 22. April 2017

Tauche mal wieder kurz ein ...

Mittlerweile hat sich in der Welt bekanntlich herumgesprochen, dass die neuen Drogen TV-Serien sind. Die moderne Technik macht's möglich. Damit kann auch ich problemlos sogar 48 Stunden am Stück in eine abgeschottete Welt des Rausches der Illusion, oder wie auch immer man das bezeichnen mag, abtauchen. Körperlich völlig unbedenklich und geistig-seelisch in etwa mit dem Lesen dicker Romane auf Papier vergleichbar. Vor wenigen Jahren konnten bei den Video- oder Computerspielen die Psychoretten und Psychos-Docs den Menschen noch mit erhobenen Zeigefingern etwas von schlimmer Suchtgefahr vorgaukeln, doch ihre dabei benutzten "Argumente" zerplatzen bei Serienmarathons wie Seifenblasen. Es ist wohl die erste Droge, die ungefährlich und gegen die nichts einzuwenden ist. Bis jetzt jedenfalls. Mir ist vollkommen klar, dass je weiter sich diese neue Zeiterscheinung durchsetzen wird, also je mehr Menschen daran Gefallen finden, desto sicherer wird den Genussfeinden natürlich auch etwas dagegen einfallen. Spaß und Genuss des gemeinen Volks ohne schlechtes Gewissen dürfen sich in unseren Gesellschaften nicht verbreiten, das war schon immer so. Noch ist es aber nicht so weit.

Und du weißt jetzt wenigstens, womit ich an diesem Wochenende mal wieder beschäftigt sein werden. Übrigens, abschließend für heute mal eine Quizfrage: was sind die genialsten Küchengeräte während eines solchen Marathons?  :-)


So, dann wünsche ich dir eine Menge "Spaß" bei diesem miserablen Wetter draußen - meine Wenigkeit taucht drinnen in neuerliche Welten der Abenteuer und Geschichten aller Art ab.

Freitag, 21. April 2017

Dir geht es zu gut, warte nur, das ändern wir schon

Es ist blöd, zu schreiben, dass ich heute nichts weiter schreibe. Dabei habe ich keine Zeitnot, keinen Stress, aber es hindern mich stressige private Dinge, den zum Schreiben zeitweilig notwendigen freien Kopf zu bekommen.

Lies heute einfach woanders, es ist sowieso egal, was ich schreibe. 

Ja, du hast richtig zwischen den Zeilen gelesen, meine Laune ist heute bescheiden, denn sobald es mir gut geht, und ich das auch kundtue, leichtsinnigerweise, prasselt's förmlich von allen Seiten auf mich ein. Beinahe glaube ich, Menschen können nicht ertragen, wenn es anderen emotional gut geht. Dann setzen sie alles daran, diesen Zustand zu verändern. Als ob sie das Gute stehlen möchten. Geht natürlich nicht, aber diese Art der Missgunst ist doch auch eine Form des Neides, oder?

Egal, see you later ...

Donnerstag, 20. April 2017

Ländertausch

Es liegt bestimmt am Wetter, an der neuerlichen nasskalten Wiederholung der Zeitschleife des vorüber geglaubten Winters, dass ich mich in den letzten zwei, drei Tagen für nichts und niemanden interessiere. Es geht mir alles ziemlich am A**** vorbei, wie man so schön zu sagen pflegt. Nun hatten wir die herrliche Frühlingsluft schon in unseren Nasen wahrgenommen, hörten die ersten Bienen und Hummeln, sahen wie die Katzen angesichts des beginnenden Kreuchens und Fleuchens vor lauter ansteigender Aufmerksamkeit mit ihren Ohren wie Radarantennen von peniblen Peilempfängern geschäftig die Umgebung zu sondieren begannen - und dann das: die Erinnerung der winterlichen Starre lässt alle Köpfe sich zurückziehen, die Motoren des Lebens in die Energiesparmodi schalten und uns die warmen Kuscheldecken aus den Schränken und Truhen abermals herausnehmen. Winter ist ja ganz nett, doch wenn er seine Taschen bereits gepackt hat und uns Adieu zuwinkt und du nach dem Anklopfen des Frühlings die Tür voller Vorfreude öffnest aber da plötzlich wieder der Winter steht und meint, er habe noch etwas vergessen, dann erscheint sein lächelndes Gesicht doch schon eher fratzenhaft grauslich grinsend, nicht wahr.

In dieser Art und Weise ziehen sich also auch meine Aufmerksamkeit und die Radarantennen dieser Tage ins Schneckenhaus zurück. Es ist mir nicht nur völlig egal, was in der Welt, in der Politik und in den hysterischen Kreisen menschlichen Gezeteres gegenwärtig geschieht, mir kommt, abgetaucht im warmen Wohnzimmer und wartend auf neuerliche Frühlingsboten, dabei sogar DIE Idee:

Es wollen ja Millionen Menschen aus wärmeren Gefilden unbedingt in unserem Land leben, wie wär's denn mit einem Tausch: wir 80 Millionen tauschen unser Deutschland mit 80 Millionen eines armen aber warmen Landes und bauen dort ein Neu-Deutschland auf? Alle hätten wieder ausreichend Arbeit und Sinn und Möglichkeiten etwas Neues zu erschaffen. Im Wiederaufbau des eigenen Landes sind wir Deutschen schließlich Experten, das haben wir nun schon etliche Male in der jüngeren Geschichte bewiesen. Ich wär auf jeden Fall dabei.