Mittwoch, 19. Juni 2013

Times Are Changing

Die Kreativität der Obamakritiker ist schon bemerkenswert: "Stasi 2.0" oder "Yes We Scan" steht auf den Plakaten, das finde ich richtig klasse. Hätte jemand so was 2008 bei seinem ersten Besuch hochgehalten, ich glaube, er wäre gelyncht worden. Tja, die Zeiten ändern sich, Masken fallen und die Wirklichkeit hat uns wieder.

Dienstag, 18. Juni 2013

Gewitter werden noch gedeckelt

Aha, der Deckel bremst vorerst die Gewitter aus. Da weiße Bescheid. Drück mich und schau dir die Videoerklärung an. Man lernt nie aus.

Montag, 17. Juni 2013

17. Juni

Aufgewachsen in einer streng katholischen Familie in einem üblen Nest am Niederrhein wusste ich lange gar nichts mit diesem Tag anzufangen. In der Schule wurde dazu ebensowenig gesagt wie zu Hause. Als Kind und Jugendlicher war der Feiertag bis auf schulfrei kaum wahrnehmbar. Irgendwann mit 16 Jahren rum fragte ich mal danach. Er sei die Erinnerung an den Aufstand in der Zone, wurde lapidar geantwortet. Was genau das war, dazu erhielt ich keine weiteren Informationen.

Überhaupt dieser Begriff "Zone" oder "drüben" - für ihn hatte ich grundsätzlich meine Ohren auf Durchzug gestellt, da er in meiner kompletten Jugendzeit bis hin zum Erwachsenenalter immer nur in Sätzen mündete wie "dann geh doch nach drüber" (als junger Mensch kritisierte ich die Erwachsenen, die aber aus heutiger Sicht selber nichts wussten). Also verstand ich diesen Feiertag von Jahr zu Jahr mehr als Tag der Hetze des reaktionären Konservatismus inklusive der katholischen Kirche gegen die gottlose DDR, dieser Staat der Kommunisten, dessen Bestandteil ich als Mitglied der 5. Kolonne Moskaus sei. Heute kann sich kaum ein jüngerer Mensch die Atmosphäre der 60er und 70er Jahre in Westdeutschland vorstellen insbesondere in den mehrere Jahrzehnte rückständigen Dörfern des linken Niederrheins.

Heute ist der 17. Juni leider kein Feiertag mehr, dabei weiß ich ihn heute zu würdigen. Für mich stellt sich aber mehr noch als früher die Frage, ob der heldenhafte Aufstand der Bürger in der DDR der wahre Grund war, einen Feiertag in Westdeutschland einzuführen oder stimmte doch meine jugendliche Intuition, und dieser Feiertag spiegelte hauptsächlich den Hass auf den Osten wider. Zwei Mal hatten die Bürger der DDR den Mut, aufzustehen; beim zweiten Mal ohne Opfer - sind aber nicht gerade die Opfer Grund für einen Gedenktag, einen gesetzlichen Feiertag?

Sonntag, 16. Juni 2013

Projektion Beate Zschäpe - Boxsack für alle

Per Hinrichs schreibt für "Die Welt" und hat augenscheinlich in seinem Leben noch keinen Brief mit Stift auf Papier geschrieben, denn sonst würde er sich nicht über die gemalten Bildchen in Beate Zschäpels privaten Briefen wundern und sie schon gar nicht als "wie sie Sechsjährige malen" beschreiben [Link]. Überhaupt finde ich es zutiefst unseriös, aus einem privaten Brief Beate Zschäpes ein "Psychogramm" ersehen zu wollen - diese Art der Vorführung ist wie aus dem tiefsten Mittelalter zu uns herüberkatapultiert.

Zschäpe muss das alles aushalten: die Projektionen dieser Irren der Medien, die Vorverurteilungen der Bevölkerung, die voyeuristischen Augen, Ohren und Hirne der im Prozess Beteiligten. Am Ende darf es keinen Freispruch geben, ganz gleich, was Frau Zschäpe mit den Nazi-Morden zu tun hatte. Sie würde eher von irgendjemanden umgebracht werden als dass sie auch nur einen Monat draußen in Freiheit würde leben können.

Ehemalige und bisher unbestrafte Links-Terroristinnen leben mitten unter uns, Beate Zschäpe wird hingegen als Popanz aufgebaut. Dabei gibt es seit Jahren viele rechte Frauen [Link], für die sich aber leider kaum jemand großartig interessiert: keine Bevölkerung, keine Medien und keine Justiz.

Samstag, 15. Juni 2013

Cash für Happy Birthday

Hättest du gewusst, dass das Geburtstagslied "Happy Birthday" tatsächlich urheberrechtlich geschützt ist? So ein Quatsch, will man meinen, doch jetzt erst klagt endlich eine Firma dagegen [Link].

Aber da der Urheberschutz dieses Liedchens schon Ewigkeiten hinlänglich bekannt war (ich staune, was auch ohne meine Kenntnis Allgemeinwissen ist), gab es längst Alternativ-Songs sozusagen. Guck mal hier, da gibt's einen Song-Contest für einen neuen, gebührenfreien Happy-Birthday-Song (kann man anklicken und reinhören).

Freitag, 14. Juni 2013

JWD - Des Rätsels Lösung

Ha! Jetzt weiß ich, weshalb das Tablet mich automatisch hier in meinem Google-Blog angemeldet hatte. Es ist nicht das Tablet, das an Google meine Identität sendet, es ist der Browser "Chrome", der dies macht. Und er macht es auch nur deshalb, da ich ihn im Google-Store als App installiert habe. Der hauseigene Browser des Tablets, "Safari" (ist genauso gut wie "Chrome"), tut es nämlich nicht. Bei ihm "weiß" Google nicht, dass ich es bin, und ich muss mich ganz normal mit Namen und Passwort anmelden.

Das ist dann beim iPad nicht anders: sobald Apps aus dem Applestore installiert werden, weiß Apple auch, was der User im Internet so alles damit macht (Stichwort Apple-ID), oder zumindest weiß Apple, was in firmeneigenen Netzwerken so alles getan wird. So wie ich das sehe (korrigiere mich ggf.), kann man auf dem iPad auch keine Apps von nicht durch Apple lizenzierten Anbietern installieren.

Donnerstag, 13. Juni 2013

Gib dem Affen Zucker ...

Dass SPON sich über die NSA-Überwachung aufregt, ist klar, und wenn der Spiegel von "totaler Überwachung" und "Überwachungsstaat" schreiben kann, sind er und seine Leserschaft glücklich. Dabei geht es im Grunde nicht darum, dass der Staat bzw. die Sicherheitsbehörden Daten sammeln, dafür sind sie schließlich da - würden sie es nicht tun, müsste man ihnen Arbeitsverweigerung vorwerfen. Dass bzw. welche Daten vorhanden sind, ist das eigentliche Problem. Aber auch hier kann man nicht so einfach den schwarzen Peter von sich weg schieben und meinen, die Politik sei an allem Schuld. Richtig ist, dass die Vorratsdatenspeicherung gefährlich ist, aber ihre Existenz oder Nichtexistenz regelt unser Gesetzgeber, und den wählen wir als unsere Volksvertreter regelmäßig und frei ins Parlament. Somit sind wir dafür selbst verantwortlich. Ebenso sind wir es selber, die freiwillig einen gigantischen Haufen an Daten ins Internet stellen. Wer Facebook & Co. nutzt, der sollte sich überlegen, was er an Daten preis gibt. Hinterher zu schimpfen, wenn sie ge- oder missbraucht werden, ist billig. Zumindest trägt der einzelne User Mitschuld, wenn seine Daten anderen gefallen als die, für die sie gedacht waren.

Es gibt in einer funktionierenden Demokratie keinen Überwachungsstaat, den die Bürger nicht mehrheitlich regelmäßig legitimieren (regeln, an- oder abschaffen). Auch was die NSA in den USA tut, wird von Präsident Obama ausdrücklich genehmigt. Spiegel-Leser haben mit Demokratie aber meist nichts an der Mütze, für sie existieren nur dunkle Militärmächte und üble Hintermänner in den USA, Israel und Teilen Europas, die insgeheim die Weltherrschaft anstreben. Eigentlich, und das wollte ich schon immer mal schreiben und somit für die Ewigkeit speichern, eigentlich ist der Spiegel ein Organ für Paranoide.