Mittwoch, 28. September 2016

Ein kraftvergeudendes Zwiegespräch

Er hat's wieder getan! "Er? Wer ist er?" Nuja, der Georg, ich halt. "Soso, und was hat der Georg, du halt, wieder getan? Zu viel geschlafen? Da kommt man schon auf blöde Ideen, was. Jetzt drucks nicht rum, Butter bei die Fische."

Also, letztens war ja überraschenderweise die Domain "Platzhalterin.de" noch frei. Jetzt habe ich 5 Euro bezahlt für eine weitere Domain. Nach einem Jahr steigt der Preis auf 20 Euro Jahresgebühr, wenn ich nicht vorher kündige. Es ist also ein Jahr lang Zeit, die 5-Euro-Domain entweder zu kündigen oder sie zu behalten. Nochmal und zwar mit Betonung: wir sprechen hier über 5 Euro! Das erwähne ich nur deshalb so deutlich, damit niemand denkt, ich würde mein Geld zum Fenster rauswerfen für Unsinn, den kein Mensch braucht. 5 Euro ist Heute nicht mal eine Kinokarte - ich weiß gar nicht, wie teuer die mittlerweile ist. Und Popcorn dazu, ein Getränk vielleicht? Was zahlt man dafür? Mein letzter Kinobesuch war im vorigen Jahrtausend. Mit Simone noch. Oh je, das ist ja auch so'n Thema ...

"Georg!"

Ja, schon gut. Wer hier öfter liest, weiß, dass ich als begeisterter Filmfan mein persönliches Kino in Verbindung mit den Möglichkeiten des Internets zu Hause betreibe. Wie sich das anhört :-)  Es handelt sich dabei lediglich um ein großes TV-Gerät und um einen bequemen Sessel. Aber wie im Kino wird dem Film im stockdunklen Raum volle Aufmerksamkeit gewidmet; weder Telefon, Handy, Computer noch Einschlaf-Sofa, Tisch oder Teller - nichts dergleichen, nur Sessel, E-Dampfe, Getränk und Knabberei.

"Was für ein Vorgeplänkel. Mensch, komm doch endlich mal zur Sache. Du musst lernen, auf den Punkt zu kommen!"

Jajaja. Hätte ich nun tagelang oder vielleicht länger überlegt, was ich mit der folgenden Domain anfangen könnte, so wäre, wenn mir denn eine Idee dafür gekommen wäre, die Domain natürlich vergriffen gewesen. Dann wäre aber auch die Enttäuschung riesengroß. Bei 5 Euro allerdings sollte man nicht überlegen, sondern zugreifen.

"Jaha, es ist verstanden worden, Georg. Egal was nun folgt, es hat so wenig gekostet wie ein Besuch bei McDonalds …"

Weniger!

"Weniger also, in Ordnung. Und? Was isses nun?"

Platzanweiserin.de

"Toll, und was willst du damit?"

Hab ich doch gesagt, das ist unerheblich. Ein Jahr lang unerheblich. Siehst du, du hast nichts verstanden! Du hörst mir einfach nie zu. Du musst lernen, zuzuhören.

Dienstag, 27. September 2016

Schlaf-Wach-Kunst und faule Ausreden

Obwohl der Datums-Header nichts Besonderes vermuten lässt, sind zwischen Montag und Dienstag für mich quasi zwei Tage und Nächte vergangen. "Hä?" Nun gut, folgendes:

Zuerst konnte ich Sonntag nicht schlafen, war also zur Arbeit gefahren nach durchgemachter "Nacht", dann konnte ich danach am Montag ebenfalls nicht schlafen, habe wieder durchgemacht und bin dann real Montagabend zu Bett gegangen und Dienstagmorgen, was für mich aber eigentlich noch Montagabend gewesen wäre, nach 12 Stunden aufgewacht. Ein paar Tage habe ich jetzt frei, andernfalls hätte ich mir so etwas natürlich nicht erlauben können.

Zu kompliziert? Falls du neu in diesem Tagebuch sein solltest, es ist, nun ja - wie kann ich's nur verständlich sagen? - irgendwie halt alles zeitlich anders hier, das heißt, um 12 Stunden verschoben. Was für dich morgens 5 Uhr bedeutet, ist für mich 17 Uhr, was für dich Mitternacht ist, bedeutet meinen Mittag und ich gehe zu Tisch, und was für dich reichlich spät am Abend ist, na? Genau, das ist mein Vormittag. Alles versetzt um 12 Stunden. Das ist merkwürdig, denn mittags wechselt mein Tag, nicht nachts, wenn er für dich wechselt. Verwirrend, ich weiß. Eigentlich aber doch wieder nicht, aber zu verstehen im Sinne von Nachempfinden ist das kaum, ja, sogar für meine Chefin und für die Kollegen der Tagesschicht - die rufen nämlich oft dreist tagsüber an, obwohl sie genau wissen, dass sie die Kolleginnen und Kollegen damit mitten in ihren Nächten aus den Schlaf reißen. Jaja, deshalb klingelt mein Telefon längst nicht mehr für jeden ;-)

Von Zeit zu Zeit durchzumachen - ohne Alkohol und Drogen freilich - ist darüber hinaus sehr gesund. Hierzu habe ich aber bereits etliche Male geschrieben. Kurz zusammengefasst: so etwas resettet gewissermaßen die Software im Gehirn. Durch die Überbelastung des fehlenden Schlafs durchlebt man unterschiedliche Stadien: ungeheure Schaffenskraft und Kreativität, Euphorie, Augenblicke, die wie in Zeitlupe vergehen, halluzinogene Momente bis schlussendlich der Knock-Out - obwohl ich das eigentlich nicht gerne als "Zusammenbruch" bezeichne, denn im Grunde holt sich nur der Schlaf sein Recht und sagt ein wenig genervt aber ziemlich autoritär: "So, nun reicht's mir! Schluss jetzt. Schlafe gefälligst!" Hast du dann kein Bett in der Nähe, könnte es missverständlich werden, denn dann denken die Mitmenschen, du seist bewusstlos oder stündest unter Drogen (was gewissermaßen gar nicht mal so falsch aber ein anderes Thema ist) und holen den Rettungswagen - dabei schläfst du nur, wurdest von innen in den Stand-By-Modus geschaltet.

Warum das gesund sein soll, fragst du? Weil durch diesen Neustart sämtlicher überflüssige Müll aus dem Cache geleert wird und jedes Programm in seinen Werkseinstellungen neu ausgeführt wird. Mit dieser Metapher eines Rechners lässt sich das am besten vorstellen, finde ich. Natürlich ist es komplizierter, im Prinzip dennoch ähnlich. Wer beispielsweise an Depressionen leidet, findet hier im individuellen Spiel von Reiz, Überlast und Reset ein wirksames Medikament abseits der Pharma-Industrie und ohne Heilkunst-Scharlatanerie. Aber wie gesagt, ein weites Feld, um das es heute ja gar nicht geht.

Es geht um die Franzosen und um ihren Film.

Ist es nicht bezeichnend irgendwie, ich weiß auch nicht genau wie - vielleicht: "irgendwie hatt ich's doch geahnt", also die vollmundig angekündigte Uraufführung von "Beyond The Cloud" auf YouTube findet jetzt doch erst nach der Messe statt. Eigentlich sind wir belogen worden und Tausende Klickzahlen wurden so für die Internetseite der Messe generiert. Ich glaube ihnen die technischen Unzulänglichkeiten nicht, die sie als Entschuldigung anführen, denn das klingt wie eine dämliche Ausrede eines Schülers für ihr/sein Zuspätkommen im Unterricht, als ob man so etwas nicht vorher wüsste; die Untertitel seien fehlerhaft, also geht’s noch? Wenn ich schon belogen werde, dann möchte ich das nicht auf solch eine plumpe Art, sondern bitteschön ein wenig intelligenter.

Naja, dir wünsche ich einen angenehmen Dienstag, einen wunderschönen Herbsttag, der es überhaupt nicht nötig hat, sich für ihn zu entschuldigen.

Montag, 26. September 2016

E-Zigarette ursächlich für die Ausrottung der Menschheit

Nachdem ich letzte Nacht Stubenfliegen beobachten durfte, die von Zeit zu Zeit meine E-Dampfe als ihr Landungsziel auserkoren hatten, wird die gruselige Vorstellung eines ins extrabreite Driptip ihre Eier ablegenden Insekts zu einem inneren Horrorfilm, in dem lustig zappelnde Insektenlarven in den Lungenbläschen gleich Kaulquappen in Tümpeln zu Hauptdarstellern einer Mutantengeneration avancieren, die, immunisiert durch Prophylenglycol, Glycerin und Erdbeeraroma, die Freundinnen und Freunde des E-Dampfens sowie mich als ihre Wirte benutzen. Von innen heraus werden wir als Nahrungsquellen verspeist. Dies ist letztlich die finale Invasion zur Ausrottung der Menschheit und zur evolutionären nächsthöheren Entwicklungsstufe auf diesem Planeten durch die Herrschaft der Insekten. Die E-Zigarette läutet einerseits das Ende der Ära des Tabakkonsums ein, geht andererseits jedoch einher mit dem Schluss des erfolgreichen Ausräucherns jeglichen Schädlingsbefalls und verschiebt somit das Gleichgewicht im immerwährenden Kampf Mensch versus Insekt zugunsten der chitinhaltigen Gesellen.

Sonntag, 25. September 2016

Heute YouTube-Aufführung: "Beyond The Cloud"

Du wirst lachen oder weinen oder wie auch immer (jedenfalls irgendwas mit Tränen), denn es folgt heute wieder nur ein Eintrag übers E-Dampfen. Es ist halt so, da ich erstens kein TV mehr schaue, über das seit Anbeginn seiner wellenartigen Verbreitung trefflich geschimpft werden kann, ich zweitens kaum noch Newsseiten besuche, was sich als extrem nervenschonend darstellt, und drittens mein Leben zur Zeit eher bachläufig dahin plätschert, statt mit dem Bug des eigenen Boots der

Daseinsdampfschifffahrtsgesellschaft (macht jede Formatierung kaputt)

mutig voran den bedrohlichen Monsterwellen entgegen zu stampfen. Momentan ist also mehr das gemächliche Dahinschippern auf schillernd ruhiger See angesagt, ge-nüsslich e-dampfend; die Aufregung kommt noch früh genug: "… Nach einem Wolkenstreif in Sinnen die beiden wie zwei Pfeiler sehn, der Fremde spricht: 'Was braut da drinnen?' - 'Der Teufel!', brummt der Kapitän." (aus "Die Vergeltung" von Annette v. Droste-Hülshoff; kann ich übrigens komplett auswendig aufsagen, jaja).

Dank MEREDs Kalender wissen wir um den seit langem voller Spannung erwarteten Veröffentlichungs-Termin einer der drei großen cineastischen Dokumentationen zum Thema E-Dampfen, die frei im Internet verfügbar sein wird: "Beyond The Cloud". Dieser 90-Minuten-Film wird anlässlich der heute öffnenden Messe "VAPEXPO" in Paris öffentlich uraufgeführt und gleichzeitig über YouTube gestreamt. Somit wird "Beyond The Cloud" also endlich für jeden Menschen frei zu sehen sein. Ab wann genau? Das bleibt ein wenig teuflisch spannend, denn die Webseite der Messe kündigt die Aufführung nur für irgendwann an diesem Sonntag an.

Die beiden anderen Filme "A Billion Lifes" und "Vape Waves" werden bisher nur in Kinos gezeigt.

UPDATE, 14:20 Uhr: Auf der Film-Facebookseite heißt es nun, "Beyond The Cloud" würde irgendwann zwischen Sonntag und Montagabend erscheinen. Vielleicht kann ich ihn dann ja heute Nacht auf Arbeit gucken, das hätte was, finde ich. "Und warum biste dann nicht jetzt um diese Uhrzeit im Bett, wenn du nächste Nacht Dienst hast?" Weil ich mal wieder nicht schlafen kann. Ist so aufregend, so wie "Wir warten aufs Christkind", gell.

UPDATE, 23:35 Uhr: Auf der Facebookseite klingen die Kommentare von Stunde zu Stunde ungeduldiger. Tja, selber befinde ich mich gegenwärtig in der Mitte meiner Arbeitszeit, bekomme also das Warten mittig mitbezahlt. In Frankreich wird Pünktlichkeit nun mal ein klein wenig anders definiert als in Preußens Deutschlanden. Hehe, die Filmemacher sind bestimmt noch kräftig am Feiern, morgen früh lange viel zu verkatert und mittags dann zu hungrig (erst wird ausgiebig gegessen, davon klopft die Müdigkeit an die Tür, Mittagsschläfchen), so dass ich also eher auf den morgigen späten Nachmittag bis frühen Abend für das Release tippe.

Samstag, 24. September 2016

Arrangierte Ehe

Dem schwarzen OBS habe ich als oller Kuppler heute ein feines Fräulein hinzugesellt: die hochwohlgeborene Enginess von OBS; obs zwischen den beiden wohl funkt?


Freitag, 23. September 2016

Spirit In The Sky

Beim Lesen dieses tollen Artikels von Tunilumpi, letztlich über den Funken Genialität unseres menschlichen Geistes, kam mir glatt Norman Greenbaum in den Sinn und zwar geschah das quasi vollautomatisch. Heute kann ich nicht mehr schreiben, denn ich sitze gerade während meines Dienstes unangeschnallt auf bzw. losgelöst von meinem Stuhl. Himmel, kämen jetzt die Einbrecher, wir würden hier gemeinsam abgehen - Text ist eh wurscht, dreh die Pegel auf, schieb die Regler hoch uuund biddeschön:




NACHTRAG (round about 4 a.m.): Jaja, und hier, von wegen, alte Männer sehen nicht gut aus, alles prächtige Menschen im Spirit of the 70th und natürlich Mr. Greenbaum himself. Herrlich!


Donnerstag, 22. September 2016

Ritter St. Georg

Es ist ja so, bei einer hauptsächlich sitzenden Tätigkeit über 12 Stunden hinweg, nickt man auch mal kurz ein. Davon kann sich niemand freisprechen, das geschieht tagsüber genauso wie nachts. Dumm beim Autofahren aber am Tisch meines temporären Arbeitsplatzes ist es gegenwärtig völlig wurscht. Mein nachtaktiver Biorhythmus zeigte vorhin eine ebensolche Abnormalität und ich war für wenige Minuten abgetaucht in eine merkwürdige Zwischenwelt - nicht wach, so doch ebenso in keinem Reich des Schlafs. Das sogenannte Dösen, ein Glimmen eines Holzspans sehr ähnlich, mit dem zwar durch den perfekten Luftzug noch allerhand Feuer zu entfachen wäre, der jedoch bereits den Weg in ein dunkles trocken-kaltes Dasein eingeschlagen hat, an dessen Ende schlussendlich kein Wind mehr heißes Feuer anzufachen in der Lage wäre.

So saß ich also da, den Kopf gesenkt, der Hut in die Stirn gerutscht, die Arme über der Brust verschränkt und döste vor mich hin.

Die wenigen realen Geräusche nahm ich im Hintergrund gut wahr. Doch, doch, ich glaubte sogar durchgehend meine Jacke zu sehen, es kann allerdings auch sein, dass meine Augen längst gänzlich geschlossen waren, im Grunde weiß ich das nicht mehr mit Sicherheit zu sagen, aber es ist auch egal, denn ob nun real oder nicht, in diesem Augenblick sah ich etwas an meiner Jacke baumeln, an einem Spinnenfaden.

Graugrünlich schimmernd schien es sich zu bewegen und den Faden langsam hinauf zu klettern in Richtung meines Kopfes, es wurde größer, stetig größer, schon erkannte ich Insektenflügel, die sich wiederum allmählich in schillernde Schwingen verwandelten. Was da unterwegs hoch zu meinem Kopf kroch, war kein Insekt, neinnein, es war eine Fantasiegesatalt, ein Mischwesen, einerseits ein Flugsaurier und andererseits bestehend aus etwas Undefinierbarem. Als Gesamtbild würde ich meinen, es war ein Furchtbar-Drache. Und schon schien er bedrohlich nah, Panik breitete sich in mir aus, "Georg, nun tu doch was!", schrie eine Stimme in mir, doch die Versuchung wohliger Ruhe zog mich weiter Richtung Schlaf. Das Monster rückte derweil näher und näher. Was sollte ich bloß tun?

Instinktiv begann etwas in mir zu spucken, nicht ich war das, ich befand mich noch auf schlafwandlerischem Weg. Fremdgesteuert schlug ich mit meinen Händen wie man überrascht und angewidert ein lästiges Insekt verscheucht. Ich beobachtete dies von innen heraus und wähnte mich meines Namensgebers gleich als heiliger Rittersmann Sankt Georg, der verwegen mit Schwert und Lanze das Ungeheuer bekämpfte - klar, in diesem Moment kehrte mein Verstand zurück, der Holzspan flammte quasi wieder auf. Dann war ich wach und nahm mich wie in einem Film in einer Schlacht wahr. "Meine Güte, da hast du aber Glück gehabt", raunte die Indoor-Stimme, "wie entsetzlich eklig, wenn dieses Drachen-Viech dir ins Ohr gekrabbelt wäre". Während ich nun an mir herunter blickte, klimperte etwas. Da erkannte ich den Drachen. Von mir bereits gebändigt, hing er an diesem kurzen Band, an jenem Lanyard, das an meiner E-Dampfe befestigt ist, die sich in der Brusttasche befand und das nun also gut 20 Zentimeter hinunter baumelte. An dessen Ende befand sich das gefürchtete Untier - es war die kleine Stoffmaus mit einem blinkenden Anhänger, die mich kühn und herausfordernd ansah. Da erst war ich endgültig wach.